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Ein gefährliches Buch
die "Germania" des Tacitus und die Erfindung der Deutschen
Verfasser: Krebs, Christopher
Medienkennzeichen: Sachliteratur
Jahr: 2012
Verlag: München, Dt. Verl.-Anst.
Monographie
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Zweigstelle: Hauptstelle Standorte: D 300 / ErwBib Status: Verfügbar Vorbestellungen: 0 Frist:
Inhalt
Die erstaunliche Wirkungsgeschichte einer antiken Schrift. Die "Germania" ist eine der berühmtesten und berüchtigtsten Schriften der Antike. Das kleine Buch, in dem der Römer Tacitus seinen Landsleuten vor Augen halten wollte, wie dekadent sie waren, schuf den Mythos der unbeugsamen, kriegstüchtigen, blauäugigen, rassereinen und trotz aller Wildheit sittsamen Germanen. Der Altphilologe und Ideengeschichtler Christopher B. Krebs erzählt erstmals für ein breiteres Publikum, wie das Buch im Verlauf seiner Geschichte immer wieder für unterschiedliche Zwecke instrumentalisiert wurde. So benutzte man den Germanenmythos im 19. Jahrhundert, um eine nationale Identität zu stiften, während im 20. Jahrhundert Rassetheoretiker bei Tacitus Argumente für die Überlegenheit der "deutschen Rasse" fanden, was die Nationalsozialisten begeistert aufgriffen. Sie begaben sich sogar auf die Suche nach der ältesten überlieferten Handschrift in Italien und gelobten, Deutschland wieder so nobel und rein zu machen, wie die Germanen einst gewesen seien.
 
Eine politisch und geistesgeschichtlich aufschlussreiche Untersuchung über den ideologischen Missbrauch der "Germania" des römischen Historikers Tacitus von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert. Das Buch beginnt mit einem geheimen Auftrag der SS und endet mit Heinrich Himmler - in diesen ideologisch-politischen Rahmen fügt der in Berlin geborene, heute in Harvard lehrende Philologe seine detaillierte und spezielle Untersuchung über die "Germania" des römischen Historikers Tacitus (56-118). Anschaulich charakterisiert er Zeit und Werk, folgt akribisch und fast detektivisch den Spuren des Manuskripts durch Mittelalter und Renaissance und schildert den Missbrauch des schmalen, aber bedeutsamen Werkes als untaugliches Fundament eines übersteigerten Nationalismus von der Romantik bis zum "3. Reich", wo es zur "Bibel der Nationalsozialisten" erhoben wird. Sein geistes- und kulturgeschichtlich interessanter Charakter macht das teilweise recht spezielle Werk über den fachlichen Bereich hinaus interessant. (2)
Details
Verfasser: Krebs, Christopher
Jahr: 2012
Verlag: München, Dt. Verl.-Anst.
Systematik: D 300, D 210
ISBN: 978-3-421-04211-8
Beschreibung: 347 S. : Kt.
Schlagwörter: 19. Jahrhundert, Antike, Buchgeschichte, Deutsche, Deutsche Geschichte, Germanen, Germanenbild, Germanien, Geschichtsdarstellung, Geschichtsschreibung, Himmler, Heinrich, Ideengeschichte, Identität, Mentalitätsgeschichte, Mittelalter, Mythos, NSDAP, Nationalismus, Nationalsozialismus, Renaissance, Tacitus, Cornelius Publius, Wirkungsforschung, römische Antike, Mythe, Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei
Sprache: de
Fußnote: Aus dem Engl. übers.
Mediengruppe: Monographie
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